Europäische Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen

Presse

 

PNP vom Montag, 31. August 1998 Lokalteil Deggendorf

 

 

Benefiz-Veranstaltung an der Europäischen Akademie auf Schloß Offenberg

Palästinas Gesundheitsminister freute sich über Sachspenden für drei Millionen Mark

Von Gerard Zacher

Deggendorf. Arabisch-abendländisches Superereignis auf Schloß Offenberg: Der palästinensische Gesundheitsminister Dr. Riad Zagnun erhielt am Samstag aus den Händen von Prof. Dr. J. Schmucker-von Koch und Dr. med. Samir Sawalhe (Union Arabischer Mediziner in Europa) symbolisch einen Scheck über Spenden im Wert von drei Millionen Mark überreicht. Bei den Sachspenden handelt es sich überwiegend um Brillen und Brillengläser für palästinensische Kinder, Studenten und ältere Leute. Es war nach Eröffnung die erste Einladung der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen Schloß Offenberg e.V. Dem Verein stehen als Chairman of the Foundation Trust Dr. med Rainer Buchmüller und seine Frau, Dipl.-Kfm. Ingrid Buchmüller (Klinik Angermühle, Deggendorf), vor. Ihnen fiel die Hauptlast der Organisation zu: Aus ganz Deutschland waren Brillenspenden eingegangen, es galt, diese zu ordnen, zu sichten und transportfähig zu machen. Der Direktor der Europäischen Akademie, Prof. Dr. Dr. Joseph Schmucker-von Koch, Philosoph an der Universität Regensburg, würdigte bei der Begrüßung am Samstag nachmittag in Anwesenheit von viel Prominenz und zahlreichen arabischen Gästen das hohe Engagement für die gute Sache. Die neue Europäische Akademie sehe eine ihrer Aufgaben in der humanitären Hilfeleistung für in Not geratene Menschen. Kinder müßten besonders unter oft schlechten Lebensverhältnissen leiden, stellte der Professor fest. Ohne Rücksicht auf unterschiedliche Kulturen und Traditionen werde die Europäische Akademie da tätig und aktiv werden. Die erste Aktion "Brillen und Gläser für Palästina" wertete er als sehr großen Erfolg, über das große Echo zeigte er sich "froh und glücklich". Chefarzt Dr. med. Samir Sawalhe (Kreiskrankenhaus Dingolfing), früher elf Jahre Oberarzt am Klinikum Deggendorf, sprach für die Union Arabischer Mediziner in Europa, dessen Präsident Dr. med. Hassan Naggar ebenfalls anwesend war. "Brillen und Gläser für Palästina"

Dr. Samir Sawalhe hatte die Initiative zu dieser Aktion gegeben, weil er selbst in der Kindheit in Palästina lebte und die enorme Not hautnah erleiden und erdulden mußte. Seit 1981 lebt er in Deutschland. Er war sichtlich gerührt, ein erstes Ziel erreicht zu haben "Die Herzen der Kinder in Palästina werden es Ihnen danken!" Und er verlas auch gleich eine herzliche Dankadresse, die arabische Kinder verfaßt hatten. Stellvertretender Landrat Michael Geier zeigte sich von dieser Aktion begeistert. Vom Landkreis Deggendorf gingen dadurch positive Akzente in die arabische Welt, freute er sich. - Grußworte in arabischer Sprache richtete der 2. Bürgermeister der Gemeinde Offenberg, Nikolaus Walther, an die palästinensischen Gäste. Und er verwies auf die deutsche Märchen- und arabische Fabelwelt, zog in zweifacher Hinsicht Parallelen zu "Dornröschen", wo der Prinz die Prinzessin wachküßt: "Das Schloß Offenberg ist wiedererwacht, die Aktion, Spenden für Palästina` wurde ins Leben gerufen." Die Grüße und den Dank des palästinensischen Präsidenten Yassir Arafat, der Kinder besonders liebe und dieser Aktion daher großes Interesse entgegenbringe, überbrachte der palästinensische Gesundheitsminister Dr. Riad Zagnun. Er war mit Botschafter Dr. Abdulla Franji und einer großen Delegation angereist. Zagnun nahm amWochenende an einer Tagung in München teil. Der Gesundheitsminister sprach sogar von einem "Ereignis von historischer Bedeutung": "Sie können stolz sein auf das, was Sie getan haben." Unter anderem würden 25 000 Kinder durch diese Hilfe besser sehen können: "Deren Herzen sind bei Ihnen!" Er würde sich freuen, wenn eine ähnliche Aktion mit Hörgeräten anlaufen könnte. Dr. Zagnun lobte "das große deutsche Volk", vertreten durch die anwesenden Gäste, das sich mit Palästina verbunden fühle und tatkräftig am Aufbau mitwirke. Er könne sich durchaus vorstellen, daß diesem ersten Schritt weitere folgen. Das palästinensische Volk mit über 3,5 Millionen habe viel gelitten und brauche einen Neuanfang. Er lud die deutschen Gastgeber nach Palästina ein, um in Bethlehem und Nablus den Dank der Kinder selbst entgegenzunehmen und ihre Freude wahrnehmen zu können. Das Ehepaar Buchmüller und Dr. Jospeh Schmucker-von Koch erhielten palästinensische Zertifikate. Der Gesundheitsminister hatte auch mehrere Gastgeschenke in Form von Stickereien mitgebracht. Der Präsident der Arabmed (Union Arabischer Mediziner in Europa), Dr. med. Hassan Naggar, wünschte weitere humanitäre und soziale Zusammenarbeit. Die Arabmed und die Europäische Akademie Schloß Offenberg verfolgten die gleichen Ziele. Danach gab es in den Prunkräumen des Schlosses einen Sektempfang, bei dem persönliche Gespräche möglich waren. Dem Ehepaar Buchmüller gratulierten viele spontan zu dem gelungenen Werk und dem beispielgebenden Auftakt in sozialer und völkerverständigender Hinsicht. Für die musikalische Umrahmung sorgten Barbara Bauer und Sophie Edle von Koch.

©Passauer Neue Presse

 

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